Das Jiû-Jitsu in unserer Schule:



Das Jiû-Jitsu (jap.: die sanfte Kunst) entstand in Japan aus der Not heraus, dass ein Samurai sich auch ohne Waffen zu helfen wissen musste. Anfangs noch nebenbei und auf die speziellen Anforderungen einer Samurai-Rüstung ausgerichtet, wurde es ab ca. dem 17. Jahrhundert als eigene Kampfkunst gelehrt.

Während der Meji-Regierung (ab 1868) traten die traditionellen Künste immer mehr in den Hintergrund und das Jiû-Jitsu verschwand fast völlig. Es wurde auf die Initiative eines Deutschen, Dr. Erwin Baelz, in Japan wieder belebt, da er nach Gymnastikformen für die verweichlichten Studenten suchte. Die Idee wurde von Jigoro KANO aufgenommen, der dann das Jûdô kreierte.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam das Jiû-Jitsu nach Deutschland und ein unglaublich neugieriger und visionärer junger Mann erlernte die Techniken: Erich Rahn. Bereits 1906 eröffnete er in Berlin die erste Schule für Jiû-Jitsu. Seither wird Jiû-Jitsu in Deutschland unterrichtet und auch stetig weiterentwickelt.

Kaum eine Kampfkunst ist sich in seiner Zielgebung - reine Selbstverteidigung - so treu geblieben.

Jiû-Jitsu besteht rein technisch gesehen aus Schlägen und Stößen, Hebel-, Wurf- und Brechtechniken, Festhalter, Transportgriffe und Bodenkampf. An dieser Übersicht kann man sehen, dass eigentlich jegliche Zweikampfsituation durch das Technikspektrum abgedeckt ist. Trotzdem darf bemerkt werden, dass bei uns eher reduziert als ausgebaut wird. Was hilft die schönste Technik, wenn sie nur in theoretischen Situationen anwendbar ist?

Die Jiû-Jitsu-Technik:

In unserer Schule wird das "Sôchin-Dô-Kempô-Jiû-Jitsu" unterrichtet, das aus dem "Jigo-Ryu-Jiû-Jitsu" entstand.

"Sôchin-Dô-Kempô-Jiû-Jitsu" ist eine reine Selbstverteidigungskunst. Über den Angriff (anfangs langsam und kontrolliert; später realistisch) erarbeiten wir uns eine wirksame Selbstverteidigung. Maßgebend sind hier einerseits die reine Zweckmäßigkeit (Techniken, die nicht oder nur unter Vorbehalt funtionieren, werden nicht unterrichtet), aber auch die Fähigkeiten des Übenden fließen in die Überlegungen mit ein. Es ist eben nicht alles für jeden gleich einsetzbar.